So - hier mal ein kleiner Kurzbericht über den Vortrag:
Nach einer kurzen Vorstellung von Herrn Dipl.Ing. Harald Plöckinger -
er war Beruflich vorher bei BMW-Steyr und Rotax tätig, ab 2004 bei KTM -
begann Hr. Plöckinger mit seinem interessanten Vortrag.
So z.B. schilderte er bei der Firmenpräsentation, dass bereits 31% des
Umsatzes von KTM-Motorcycles mit Straßenmotorrädern gemacht
werden und dass dieser Anteil ständig steigt.
Aber jetzt zum eigentlichen Thema - der RC8:
Die Idee entstand 2003 und wurde als Prototyp auf der Tokyo
Motorshow vorgestellt. Bis zum eigentlichen Start der Entwicklung
vergingen weitere 2 Jahre und dann wurde mit Hochdruck an diesem
Projekt gearbeitet. Die ursprüngliche Version mit 998ccm wurde
aufgrund der Reglement-Möglichkeiten in der Superbike-Klasse
verworfen und es wurde entschieden, dass es ein 1200-er Motor
werden sollte.
Die RC8 sollte ein einzigartiges Motorrad werden, so z.B. hat das
Bike ein noch nie dagewesenes Auspuffkonzept: Der Endtopf ist
UNTER dem Motor angebracht und im Verkleidungsbürzel versteckt.
Der Austritt der Auspuffgase erfolgt am Ende der unteren Verkleidung
und mündet in eine Art Sidepipe-Ausgänge am Verkleidungsende.
Kürzere Gaswege, Gewichtsersparnis und besseren Schwerpunkt
zeichnen diese Lösung aus. Kein Endttopf an der Seite, kein Endtopf
unter dem Rahmenheck. Kein anderer Motorradhersteller bietet dieses
Konzept an.
Ein weiteres Schmankerl ist der im Motor/Getriebegehäuse integrierter
Ölkühler welcher weiteres Gewicht und unnötige Volumina einspart.
Nicht alles verlief in der Entwicklungsphase problemlos:
Meilensteine mussten verschoben werden, technische Lösungen wie
Rahmen oder Gabel mussten verstärkt werden um der Motorleistung
zu entsprechen bzw. um die Testfahrer zufriedenzustellen.
Für Rennbelastungen wurden in Nardo/Italien auf einem 12km (!)
langen kreisförmigen Rundkurs Hochgeschwindigkeits-Dauertests
durchgeführt um die Standzeit und die Temperaturhaushalte des
Motors zu erproben und zu optimieren.
Die stärkste Version (nicht käuflich) - die sogenannte Factory-Version
bringt es offfiziell auf eine Leistung von 192 PS, inoffiziell werden es
wohl über 200 PS sein.
Die Entwicklungskosten wurden von Plöckinger als "über 6 Mill. aber
weniger als 10 Mill. Euro" dargestellt. Er meinte auch, dass es in der
heutigen allgemeinen Wirtschaftslage wohl niemals zu so einem
Projekt gekommen wäre.
Viele interessante Bilder in der Power-Point-Präsentation rundeten
seinen Vortrag perfekt ab. Motorschnittbilder, Filmaufnahmen der
Testfahrten in Nardo, Superzeitlupenfilme des Gabelverhaltens beim
Anbremsen und vieles andere mehr wurden präsentiert.
Leider war der Vortrag mit 1,5 h viel zu kurz - wir Freaks hätten
noch viel länger zuhören können. Eine abschließende Publikums-
Fragestunde an hr. Plöckinger rundeten die Veranstaltung ab.
Der Hörsaal der Fachhochschule Graz-Joanneum war übrigens bis
zum letzten Sitz- und Stehplatz von einem interssierten Publikum
besetzt.
Laut Ankündigung der Rektoren kommt es vielleicht noch im Frühjahr
auch noch zu einem Vortrag mit Vortragenden der Fa. Ducati mit der
die FH Joanneum auch eine gute Zusammenarbeit pflegt.
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