So, liebe Leute!
Ich bin wieder zurück und kann folgendes berichten: Geil war`s ...
Mein Begleiter (BMW GS1100 ... wir haben die Transe nicht mehr flott bekommen) und ich haben in Podgorica eingecheckt und ausgeschlafen. Um 07:00 sind wir dann aufgebrochen. Zuerst noch einmal volltanken und dann über die Grenze nach Albanien. Wir haben uns für die Gegen-den-Uhrzeigersinn-Runde entschlossen und ich glaube, dass das die richtige Wahl war. Gefühlt sind so die schwereren Passagen am Anfang bzw. von der "leichteren" Seite zu fahren.
Kurz vor Shkodra ging es dann links weg um die Stadt ein wenig zu umfahren. Hier hatten wir das erste Mal Kontakt mit albanischen Schotterstraßen ... soweit kein Problem. Man sollte halt auf Scherben, Nägel, scharfkantige Bleche usw. aufpassen, die für Reifen erfahrungsgemäß nicht so optimal sind.
Bis Prekal ging es dann gemütlich dahin. Wir sind auch an der Stelle vorbei gekommen, die laut einem anderen Forum vor ein paar Wochen durch eine Mure weggerissen wurde. Ist mittlerweile geflickt und man kann gut passieren.
Ab Prekal schottert es dann. Ich hatte aber nie ein schlechtes Gefühl. Wie vermutet sind die haarigen Passagen zwar fordernd aber mit ein wenig Hirn und Erfahrung gut zu meistern. Man sollte halt bei der Sache sein und um die nächste Ecke denken. Denn dort kann schon einmal ein Loch in der Straße, grobes Geröll oder eine Herde Viecher auf einen warten. Dann sollte man keinen Stress bekommen und ausweichen ... sonst knallt es.
Wir sind es gemütlich angegangen und haben so ca. nach jeder Stunde ein mehr oder weniger langes Päuschen gemacht. Hier: N 42° 14.632' E 019° 42.735' gibt es einen alten Kastanienbaum (?) unter dem man gut rasten kann und hier: N 42° 17.301' E 019° 47.789' sind wir in die nassen Fluten gehüpft um ein wenig abzukühlen. Die folgenden Furten hatten kaum Wasser und sind easy-cheesy.
In Theth angekommen wollten wir eine Kleinigkeit essen und sind in das erste "Restaurant" nach der Brücke ... Guesthouse Villa Gurra. Und was soll ich sagen ... unfreundlich ... kein Essen (nur für Gäste???) ... zwei kleine Gläser mit Wasser waren alles was wir bekommen haben. Nach mehrmaligen Nachfragen hat der gute Mann dann noch 2 kleine Dosen Cola springen lassen ... über den Preis kann ich nichts sagen, denn die Geschichte habe ich schon erfolgreich verdrängt.
Also haben wir uns wieder in den Sattel geschwungen und sind weiter. Wir sind dann hier: N 42° 23.962' E 019° 38.887' ins Bar Kafe Paja gestolpert und hatten ein herrliches Essen inkl. Getränke. Geht doch ...
Der Rest der Reise zurück nach Podgorica war dann wieder ohne erwähnenswerte Vorkommnisse. Noch einmal wurde getankt und um 20:00 sind wir wieder in unserer Unterkunft angekommen. Müde und durchgeschwitzt ... aber das versteht sich von selbst. Sobald ich die Fotos alle gesichtet habe, werde ich vielleicht das eine oder andere noch hochladen.
Und noch ein wenig Statistik/Hardfacts:
Fahrzeuge: BMW GS 1100 und Africa Twin (alt aber gut)
Reifen: Tourance auf der BMW und TKC80 auf der Twin (Reserveschläuche im Gepäck)
Koffer: keine ... zwei kleine, wasserdichte Rollen und ein Minitankrucksack
Bodenkontakt: immer mit Gummi ... nie mit Blech
Schlangen: zum Glück auch keine
Wetter: fast zu schön ... vor allem recht warm unter der ganzen Panier
Probleme: keine technischen ... fast zu wenig Wasser
Landschaft: großes Kino - zum Bestaunen sollte man allerdings stehen und nicht fahren
Gewichtsverlust: gefühlt ein paar Kilo ... wurden am Abend mit hopfenhaltigen Infusionen wieder aufgefüllt
Jetzt ist aber Schluss!
Auf alle Fälle Danke für eure Ratschläge und bis bald. Entweder hier im Forum oder auf der Straße.
Servus
Wolfgang