Nächster Morgen.
Ab zur Fähre dachten wir. Das Wetter hatte gewechselt. Leichter Sprühregen vor Tetouan. In einer Kurve merkte ich wie das Hinterrad an meiner Suzi zu driften begann. Nächste Kurve etwas vorsichtiger, auch wieder ein mulmig schmierendes Hinterrad. Plötzlich ein lautes Scheren hinter mir. Andy hatte sich am glatten mit Diesel verdreckten Asphalt hingelegt. Er konnte nicht mal sein Moped aufheben, so glatt war der Asphalt. Ich deutete den hinterher kommenden Autos noch langsam zu fahren, und rutschte mit meinen Stiefeln am Asphalt herum, um es noch deutlicher zu machen. Viel genützt hat es nicht. Drei Kurven weiter hat sich ein SUV, in am gegenüberliegenden Fahrbahnrand gelagerte große Eisenrohre,frontal eingebaut. Das Kühlwasser hat noch gedampft, als wir die total zerstörte Front des Wagens passierten.
Schließlich erreichten wir Tetouan und das Mittelmeer. Als ich die starken Wellen sah, wußte ich, dass es heute keine Fähre geben würde. Die Brandung war echt stark.
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Bevor wir in das Gelände des Fährhafens fuhren (mich hat es auch noch am vorletzten Kreisverkehr hingelegt) holten wir Joe und die XR von einem Nebenort des Hafens ab. Im Hafengelände vor den Schaltern der Fährlinien ist eine große Tafel mit der Abfahrtszeit der jeweiligen Linie angebracht. Bei jeder Linie stand am Ende das Wort
anulle, was man sinngemäß als anulliert übersetzen kann. Das lange Warten kann beginnen. Wo den elenden Wind ausstehen/ausitzen, wo übernachten??? Die Hotels rundum sind alle voll belegt. Unsere Organisationstalente Rocky/Winger/Twinbert/Charly hatten einen aufgebrochenen, ungenutzten Schalterraum entdeckt. Nichts wie rein. Schlafsack, Matratze, Kochgeschirr, Gasbrenner und Packelsuppe wurden nachgeholt. So konnte man es bis zum nächsten Tag gut aushalten. Als die Tafel für unsere Balearia für 18;00 Uhr Fährdienst ansagte bildete sich eine große Traube von drängelnden Menschen am Schalter.
Rocky, der ja auch in seinem Beruf Organisator ist, quengelte so lange auf die Polizisten ein, bis jemand vom Balearia Schalter zu uns kam. Der erste Bestechungsversuch um zu einem Ticket zu gelangen ohne sich in der Traube anzustellen, lautete auf 100€ pro Person. Viel zu teuer, der Unterhändler wurde wieder fortgeschickt. Etwas später machte er ein Angebot von 30€ pro Person. Charly, Winger und ich lehnten ab, die anderen zögerten noch. Unterhändler wieder weg. Kurz vor dem Fährtermin machte er dann noch ein Angebot von 12,50€ pro Person, was wir dann annahmen.
Also packen, Tickets und Reisepässe wieder zur Hand nehmen und ab auf die Mopeds. Schade, im Schalterraum war es so gemütlich. Jetzt auf einmal diese Hektik, dachte ich mir. Die Zollformalitäten konnten beginnen. Joe mußte zu Eva ins Auto, und die XR gleichzeitig am Zoll vorbeigeschoben werden. Ging alles glatt. Ohne Bike (wenn man damit eingereist ist) kommt man normal nicht raus aus Marokko, wenn man nicht 4000€ Zollmindestsumme für ein Fahrzeug hinterlegt.
Bis auf Eva erreichten alle rechtzeitig das Fährschiff. Eva hat dann um 02:00 die nächste Fähre erwischt. In Algeciras wurde Joe dann zum Rio Grande Hotel gebracht, wo er auf einen Transport nach Malaga wartete, die XR wurde mittels Abschleppwagen nach Malaga gebracht.
Wir fuhren mit den Mopeds hinterher. Am nächsten Tag am Autocaravanas-Platz brachten auch die Konsumi-Truppe, und die Bohusche, die zwei Wochen in Andalusien und Portugal verbrachten, ihre Bikes und Ausrüstung zum Verladen für den Rücktransport vorbei.
So ging eine tolle, leider auch ereignisreiche Marokko-Tour zu Ende.
LG vom Spezi