Ungarn Endurostrecke Nagycenk

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spezi266
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Ungarn Endurostrecke Nagycenk

Beitrag von spezi266 »

Für alle im Osten Österreichs lebenden ist die Strecke bei Nagycenk leicht zu erreichen.
Von Sopron kommend fährt man nach 13km an der Kreuzung auf der 84 rechts Richtung Balaton durch den Ort Nagycenk. Nach dem Bahnübergang fährt man ca. 4km weiter, da ist in einer Senke rechts ein Gasthaus, zur Linken ist bereits das Gelände (Teil der Moto Cross -Strecke ersichtlich). Man fährt die paar 100m weiter bis links ein Zufahrtsschild zum Fahrerlager weist.
Beim Fahrerlager findet sich eine topfebene Wiese zum ersten probieren und aufwärmen. Richtung Cross-Strecke befindet sich auch eine Kinder-Cross-Piste mit einigen Hügeln und einer Böschungssteilwandkurve. (Diese Strecke sollte allerdings wirklich nur von den Kleinen benutzt werden.)
Hinter der Moto-Cross-Strecke beginnt die Zufahrt zum Endurogelände, die es mit einigen Steilabfahrten (entweder springen, ist aber schmal und links und rechts sind Bäume, oder du bremst dich hinunter) bereits etwas in sich hat. Am Ende dieser ,,Zufahrt" geht´s rechts durch eine dunkle mit tiefen Pfützen gespickte Eisenbahnunterführung (Enduros mit Licht sind hier klar im Vorteil) zum eigentlichen Endurogelände. Durch ein morastiges Waldstück geht es in mehreren Spuren (Varianten) zu einem freien Platz wo man den alten Schlot der ehem. Ziegelfabrik sieht. Dort stand auch eine Tafel mit Varianten (rot ist schwer, blau ist leichter) habe aber danach keine Anhaltspunkte mehr gesehen. Von dort führt ein Pfad zur ersten Steilauffahrt. Das erste Stück geht gerade mit mächtigen Bodenwellen den Hang hinauf, danach folgt eine Rechtsknick, wo aber der Boden wieder sanfter wird. Hast du das erste steile Stück geschafft, ohne dass dich die Wellen von der Piste werfen, ist der Knick dann nur mehr leichtes Spiel. Oben befindet sich ein Hochplateau, die Endurostrecke biegt aber in mehreren kurzen Varianten wieder zum Hang. Du hast dann eine kurze steile Abfahrt, musst das Motorrad aber gleich mit anständig Gas geben wieder herumwerfen weil es wieder über anstrengende Bodenwellen nach oben geht. Nach steiler Auffahrt erfolgt eine genauso steile Abfahrt (also Kupplung ziehen und nur mit ein wenig bremsen den Bock wieder nach unten bringen, Ängstliche können dabei auch die Augen zu machen). Dann geht´s in unzähligen Varianten durch den Wald (Aufpassen, Querverkehr möglich) Da gibt´s eine zwei Meter hohe Sprungschanze (dort kann nur gesprungen werden, probierst du es anders machst garantierte einen Köpfler), eine weitere Steilauffahrt, etwas kürzer als die erste aber mit gewaltiger Rille, (da weist nicht mehr wo´s die Fusserl hintust), einige schmale Bergabstückeln im Wald wo ich mehr runtergerutscht als gefahren bin. Dann stehst irgendwann vor der mächtigen Schutthalde. Jetzt kannst du dir aussuchen ob du die schräg oder frontal bezwingen willst. Die schräge beginnt nur quer (da kannst aber leichter Speed mitnehmen) geht dann auch frontal mörderisch nach oben. Am Schluss quält dich dann noch die obligate Rinne, rechtzeitig, aber net zu früh Gas wegnehmen, sonst schießt is Motorradl ohne dich oben raus. Genauso steil gehts wieder runter, allerdings noch mit etwas Pfeffer (im letzten Drittel Rechtsknick) Am Schuttplateau oben gibt´s auch wieder mehrere Wege, einen musste ich nehmen, da ich mit Plattfuss ins Fahrerlager zurückschleichen musste. Bin über mehrere leichte Abfahrten mit loosem Geröll (das dürfte der Speedteil der Strecke sein) wieder zur Eisenbahnunterführung gekommen.
Der Boden ist meist lehmig (nach Regenfällen wahrscheinlich nicht befahrbar), für Profis eine leichtere Strecke, für mich war´s eine Herausforderung.
Der Tag kostet so um die 7-8 EUR pro Motorrad. Ich war am 25.Mai unten, der Tag des Erzbergrennens, war nicht so viel los. Aber an den Wochenenden könnts dann schon voll werden. Mit originalen AT`s und LC8´s ist die Strecke nicht zu derpacken. Richtige Enduros mit Stollenreifen. Spiegeln bei den Strassenenduros abschrauben, Befestigungen des Brems- und Kupplungshebel lockern, eventuell Blinker entfernen, bin dort auch zweimal auf der Schnauze gelegen. Guter Motorschutz, bei manchen Wurzeltreppen sitzt du voll auf und die Kiste gleitet dann übers Blechle weiter.
Achtung im Sommer wird´s dort sehr heiß. Plastiktrinkflasche oder Sack mitnehmen und fahren bist voll ausgepowert bist.
Viel Spaß wünscht Spezi
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Sidney Denham
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Re: Endurostrecke Nagycenk Hungary

Beitrag von Zwergerl »

Wir sind vor kurzem an der strecke vorbeigefahren, da hab ich ein bißi guckt. bin dort noch nie gefahren aber die strecke schaut recht lehmig aus wie der Spezi schon gesagt hat und teilweise net mit so gutem grip, also für anfänger vielleicht ein bißi schwierig und immer überlaufen weil jeder dort hin fährt.

lg Zwergerl
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spezi266
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Re: Ungarn Endurostrecke Nagycenk

Beitrag von spezi266 »

Von der Strasse ist nur die Cross-Piste zu sehen.
Jetzt kommen wir gleich zum Unterschied von Moto-Cross und Enduro. Die Cross-Strecke ist wesentlich einfacher zu fahren, allerdings geht´s dort mehr um den Speed und ums Springen. Diese Pisten werden präpariert und instandgehalten.
Endurostrecken gehen einfach durchs Gelände und werden kaum präpariert, sie bleiben meist so wie Natur und Fahrzeuge die Bedingungen zurücklassen. Sie erfordern mehr Geschick, Geschwindigkeit ist auf den meisten Abschnitten nicht so hoch wie beim Cross. (Ausnahmen sind hier natürlich Etappen bei den Langstreckenrallyes und spezielle Kurse für die dicken Zweizylinder).
Zum Trainieren eignen sich Enduropisten besser als Cross-Anlagen. Man bekommt einfach mehr Technik mit. Speed und Ausdauer verbessern sich dann nach Häufigkeit der Einheiten. Und auch das Auge und Hirn wird gefordert; manchmal gibt´s zwei oder drei Varianten einen Steilhang zu erklimmen.
Wenn´s dann mit der Dicken auf Reise geht, und Pisten von der übelsten Sorte unter die Räder kommen, kannst von so einem Training dann ganz gut profitieren.
lG Spezi
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