Nach 500 m steht die Twin, sagt nix mehr, verweigert einfach. Ich sag zur Pilotin, schau nach, obst Sprit hast, und stell die BMW ab. Frau sagt, Sprit ist drin. Ich schau rund um die Twin, seh nix Auffälliges an ihr. Starten ist nicht mehr, Batterie ist inzwischen leer. Anrennen bringt Schweissausbruch, aber keinen Mucks vom Motor.
Heimschieben, Batterie ausbauen, schimpfen, rätseln. Weiterer Tagesablauf eher unrund. Wenn man sich aufs Motorradl gefreut hat, ist die Dose öd.
Nächster Tag: Ich bewaffne mich mit ein paar Handvoll Werkzeug und statte der Twin einen Besuch ab. Wenn ich grantig bin, halte ich mich justament stur an Routineabläufe. Daher erster Blick in den Tank. Fast leer. Ich glaub´s nicht. Fast leer. Mir fällt ein (jetzt! Nicht gestern!! Jetzt!!!
Batterie einbauen, Benzinhahn auf Reserve. Twin springt sofort an. Ich fahre eine Runde, alles ok und problemlos.
Am Tag zuvor wollte ich dreimal selber in den Tank schauen. Habs nicht gemacht, da ja Sprit drin ist und ich nicht den Eindruck vermitteln wollte, als würde ich meinem Schatz nicht mal zutrauen, in den Tank zu schauen. Auf die Idee, probeweise auf Reserve zu stellen, kam ich nicht. Ist ja Sprit im Tank. Tripmaster ist abgeklemmt, daher keine Tageskilometer.
Und die Moral von der Geschicht? Übertriebene Rücksichtnahme bringt es nicht.
Und ausserdem weiss ich die Anonymität eines Forums jetzt erst richtig zu schätzen!