Anreise über Straniger, Lavardet, Sauris, Monte Rest, Liganano, Venezia, Via Adratico nach Ravenna.
Ab Cesena beginnen endlich die Berge des Apennin.
Über kleine Strasserl über den Passo della Calla, dann Nachtquartier suchen.
Camping Falterona (http://www.campingfalterona.it" onclick="window.open(this.href);return false;), wunderschöner Platz zum Übernachten.
Am nächsten Tag auf Richtung Volterra. Die Regoin Chianti, wo der Rohstoff für den dunkelroten Saft mit dem schwarzen Gockel drauf wächst, wird durchquert. Danach beginnt die Olivenregion. Ein Halbliterdoserl hat im Gepäck noch Platz, der Rest wird später beim Billa nachgekauft.
Volterra, wunderschöne mittelalterliche Stadt. Kleine Besichtigungsrunde, da es um die Mittagszeit sowieso zu heiß zum Biken ist. Mit südländischer Gelassenheit wird die Siesta bei einem kühlen Glaserl Aqua genossen. Die Mädels, die in ihren kurzen Röcken durch die Mittagshitze über die Piaza laufen, werden nicht nur von mir begutachtet.
Am späteren Nachmittag geht es weiter über Orte ,wie Massa und Roccastrada, Richtung Amiata-Berge.
Am nächsten Morgen geht es gleich auf 1700 Meter rauf. Ein paar feige Piefke haben wegen der Hitze sogar über Nacht oben Zuflucht gesucht. Diese Nordländer zerinnen ja schon bei ein paar Plusgraden.
Fußmarsch zum Berggipfel, wo unübersehbar ein schmiedeeisernes, so an die 30m hohes, dem Eifelturm nachempfundenes Gipfelkreuz thront.
Danach wunderbare Kurvenorgien im Wald den Berg runter, weiter über Hügel mit abgeernteten Weizenfeldern, die in der Sonne gold glänzen. Der typische Geruch von Stroh liegt in der Luft.
Da eine Kreuzung, ... ein Schild, ... Roma 160km, .... >>> ich muss nach Osten abdrehen.
Es wird schon ein Uhr nachmittags. Ein Alimenti hat noch geöffnet. Schnell Mortadella, Grisini (weil die Panini schon aus waren) und einen Softdrink gebunkert. Danach ein Platzerl im Ort mit kleinem Springbrunnen und schattigen Pinien gefunden. Zeit zur ausgedehnten Siesta. Nur gibts heute keine Mädels zu betrachten. Der Ort liegt in der Mittagshitze flimmernd und menschenleer da. Die Bewohner haben sich in ihre kühlen Steinhäuser zurückgezogen.
Ich schiebe die Twin zum Parkbankerl und mache es mir auf diesem gemütlich.
Nach zwei weiteren Stunden, wo ich nicht mal einen Hund auf der Strasse gesehen habe, geht es weiter.
Der Lago Trasimeno wird angesteuert.
Bevor ich ihn erreiche mache ich bei einer Horde Gebückter noch eine Pause. Sie sehen mich an wie einen Marsmenschen, da ich noch in langer Jeans-Hose und mit offener Jacke fahre. Die Gebückten sind da schon spärlicher ausgestattet. Knielange Kurze, T-Shirt, und einer fährt sogar mit Crocks.
Sogar Chopperfahrer begegnen mir, die für ihre Art uncool Bein zeigen.
Am Lago ist heute auch nichts los, das Wasser tümpelt nur herum. Ich beschließe über Gubbio weiterzufahren um den Parco del Monte Cucco noch zu erreichen.
Es ist bereits spät geworden, und die Suche nach einem Nachtlagerplatz wird schwierig. Auf der Anhöhe eines Berges finde ich eine halbwegs gerade Stelle, die ist aber total mit spitzen Steinen übersäht. In einem Nebental befidet sich ein Forellenteich mit schöner Wiese. Doch am Schild lese ich, dass ab 7 Uhr früh hier wieder Betrieb sein soll. Leider auch nicht geeignet. Nach vielem hin und her finde ich dann ein verstecktes Schild auf dem Camp Rio Verde 6km steht. Ich frage eine Barbesitzerin nach dem Weg. Sie ruft sogar mit dem Handy an, und ein Gast zeigt mir am Navi den ungefähren Weg.
Um 10 Uhr habe ich das Zelt errichtet und beginne mit dem Abendmahl.
Ein wirklich schöner Platz, sogar einen Swimming-Pool gibt es dort, der aber um diese Zeit bereits geschlossen ist.
(http://www.campingrioverde.it" onclick="window.open(this.href);return false;)
Am nächsten Tag durch den Cucces NP nach Sassoferro, von dort auf kleinsten Strasserl Richtung Norden.
Ich bin seit dem Trasimeo bereits in Umbrien und erreiche nun die Marche. Diese Region ist etwas ärmer, was man auch am Zustand der Häuser erkennen kann. Einige Orte in den Bergen sind halbverlassen, da in den 60er und 70er Jahren die Arbeitssuchenden der Gegend den Rücken gekehrt haben, und in die großen Städte oder gleich nach Germany gezogen sind.
Heute Siesta bei einer Fontana (Quelle) in der Natur. Das kalte Nass sprudelt aus einem Plastikschlauch, kühlt und schmeckt gut. Auf meine Frage ob das Aqua bona sei erhalte ich von einem Einheimischen, der es in Kanister bunkert, die Antwort bennissimo.
Weiterfahrt zum Passo Cantoniera. Von dort zweige ich wieder nach Westen ab, fahre durch den NP Simone e Simoncello. Das sind zwei Felsen, die sich aus einem Bergrücken heraus erheben.
Am Navi sehe ich, dass ich mich zum Val di Lupo bewege. Nichts wie hin. Naja, ein einfaches Schotterstrassel das an einem Berghang entlangführt. Der Weg bietet keine Schwierigkeit, doch plötzlich zieht es mir fast das Vorderrad weg. Nur durch einen beherzten Tritt kann ich die Fuhre am Umfallen hindern. Da hat irgendjemand mit einem kleinen Bagger herumgedreht und das Loch danach mit grauem Sand angefüllt. So ein Fallensteller >>>
Ich komme an zerfallenden Häusern vorbei, auch eine Kirche ist dabei. Am Wohnhaus sehe ich Blumen, also muss es bewohnt sein. Und schon geht es los. Ein Schäferhund stürzt mit lautem Gebell auf mich zu. Ich gebe Gas und versuche dem Angreifer einen Tritt zu verpassen. Ich schlage ins Leere, aber die Twin hat schon gut Fahrt aufgenommen, und so lasse ich den geifenden Beller in einer Schotter- und Staubfahne hinter mir bis er schließlich aufgibt. Eat my Dust, die Rache war süß.
Also gab es doch eine Begegnung im Val di Lupo, wenn auch nicht mit dem Richtigen.
Noch ein Schotterbergerl ohne Vorkommnisse. Nur begegnet mir ein 12 bis 14 jähriger auf einer TT-Yamaha. Der ist irgendwo mit einem Stockerl auf das Ding aufgestiegen und muss dort zum Absteigen wieder hin >>> Nachwuchstraining.
Die Strasse bekommt wieder Belag und führt auf einem Bergrücken mit wunderbarer Aussicht entlang. Im Osten kann ich das adriatische Meer erkennen, eine Stadt mit Hochhaus oder Hotelturm, vermutlich Rimini. Ich fahre aber nordwärts vom Hang ab und erreiche wieder die Schnellstrasse nach Cesena und Ravenna.
Donnerstag Abend, nicht viel Verkehr. Die Italiener erwarten das EM-Spiel gegen Germany.
So fahre ich weiter in die Nacht hinein bis ich Lignano um Mitternacht erreiche.
Dort verbringe ich noch ein paar Tage planschend im Wasser.
LG vom Spezi
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